SUSANNE ZOTTL 
ARCHITEKTIN   
MIT           
STIEFEL KRAMER
        
STADTPATIO
WETTBEWERB
NEUER MARKT,
1010 WIEN
MID HOLDING GMBH
LAGEPLAN
2003




STADTPATIO
COMPETITION
NEUER MARKT,
1010 VIENNA
AUSRIA
MID HOLDING GMBH
SITEPLAN
2003

STADTPATIO
WETTBEWERB OBERFLÄCHENGESTALTUNG NEUER MARKT
NEUER MARKT, 1010 WIEN
MID HOLDING GMBH
2003
STADTPATIO
COMPETITION FOR THE DESIGN OF THE PUBLIC SQUARE NEUER MARKT
NEUER MARKT, 1010 VIENNA
MID HOLDING GMBH
2003
SUSANNE ZOTTL             
ARCHITEKTIN MAG.ARCH.     
                          
SUSANNE.ZOTTL@ZOTTLBUDA.AT
ASLANGASSE 10/2/4         
1190 WIEN                 
TELEFON+431 3208838 FAX+9 
                          
MIT                       
STIEFEL KRAMER            
VIENNA ZURICH             
                          

Um dem Neuen Markt als Stadtraum und nicht nur als Oberfläche gerecht zu werden, implantieren wir, einer dreidimensionalen Intarsie ähnlich, eine neue Topografie. Ihre konstitutiven Parameter leiten sich aus dem übergeordneten stadträumlichen Kontext, aus ortsspezifischen Charakteristika sowie funktionalen Bedingungen ab. Die neuen Dächer sind hochgehobene Elemente dieser Topografie während der Donnerbrunnen durch seine Einbindung zur zentralen Figur des neuen Ensembles avanciert. Beleuchtung und Möblierung sind integrative Bestandteile dieser objekthaften neuen Oberfläche des Neuen Marktes.
 
EIN HOCHFREQUENTIERTER GROSSMASSTÄBLICHER “INNENHOF” IM STADTGEFÜGE
Der räumliche Einfluss des Platzes erstreckt sich über die Grenzen des Wettbewerbsgebietes hinaus und entsprechend ist die Analyse des übergeordneten stadträumlichen Kontextes zentral für eine erfolgreiche und zukunftsgerichtete Entwicklung des Neuen Marktes. Im Verhältnis zur Kärntnerstraße (im weiteren aber auch im größeren Bezugsfeld Stephansplatz-Graben-Kohlmarkt-Michaelerplatz-Albertina-Oper) handelt es sich beim Neuen Markt um eine Art großmaßstäblichen Innenhof im Stadtgefüge. Dies ist eine einzigartige Situation, deren Charakteristika wir nutzen, um den Neuen Markt als zeitgenössischen urbanen Ort zu gestalten, der zugleich als Stadtpatio, also als Ort zum konzentrierten Verweilen, wie auch als Transitraum genutzt wird. Im Gegensatz zu den hochkommerziell konstituierten Stadträumen Kärntnerstraße und Graben gibt es hier die Möglichkeit, im kommerziellen Sinn zwecklose Räume zu schaffen, deren Mehrwert rückwirkend auch für die Anrainer und die Geschäfte am Platz gerade in dieser Art von “Zwecklosigkeit” gründet. Das direkte Nebeneinander von Einkaufen, Konsumieren, Verweilen und Passieren, die präzise räumliche Zuordnung dieser Tätigkeiten sowie deren partielle Überschneidungen machen den Neuen Markt zu einem zeitgemäßen, hochfrequentierten städtischen Raum.
  
TOPOGRAFISCHE INTERVENTION
Unsere Intarsie wird als formal autonome Figur analog dem Footprint eines Gebäudekomplexes (s. Skizze) in die bestehende Oberfläche des Neuen Marktes eingelassen. Um die räumliche Wirkung des Stadtraumes zu verstärken, geschieht dies nicht plan in der Fläche, sondern die neue „Oberfläche“ steigt von Süden nach Norden sukzessive an (Differenz 110 cm). Dies ergibt einen Geländeverschnitt mit der bestehenden Platzfläche, die ein umgekehrtes Gefälle von Süden nach Norden hat. Die städtebaulich bedeutsame Verbindung Kärntnerstraße-Donnergasse-Donner-brunnen-Plankengasse-Stadtkirche Dorotheergasse dient uns dabei als imaginäre Drehachse. Diese Maßnahme hat mannigfaltige Auswirkungen:
 Verstärkung der vorhandenen Öffnung des Platzes nach Süden hin
 Einbindung des historischen Identifikationsobjektes Donnerbrunnen in die neue, zeitgenössische Gestaltung
 Klare Gliederung des Platzes in Bezug auf die Verkehrsführung und die Nutzbarkeit (Transit-, Einkaufs- und Verweil-Passanten)
 Ermöglichung einer differenzierten Bespielbarkeit des Neuen Marktes
Während im südlichen Bereich eine große horizontale und zum Teil verschattete Fläche geplant ist, ist das Objekt nördlich des Donnerbrunnens im Bereich außerhalb der neu geplanten Tiefgarage durch eine flach geneigte bepflanzte Ebene definiert. Die einzelnen Bäume (Myrte/Lagerstromemia) sind charakterisiert durch mehrere markante dünne Stämme, die über den Köpfen der Passanten ein Blätter-und Blütendach bilden. Niveausprünge werden mit Rampen, Stiegen und Sitzstufen überbrückt. Die Platzanlage ist behindertengerecht erschlossen. Zentrale Elemente des Eingriffs sind auch die neuen Dächer im südlichen Bereich des Platzes und nördlich des Donnerbrunnens. Diese Dächer verstärken durch ihre plastische Ausformung und Positionierung die Wahrnehmung des Neuen Marktes als Stadtraum und ermöglichen neue Nutzungen. Gleichzeitig wird der Donnerbrunnen räumlich eingebunden und dadurch seine Wirkung verstärkt. Die Beschattung von Teilen des Nord-Süd-ausgerichteten Platzes ist von eminenter Bedeutung für ein vielfältiges Nutzungskonzept. Die Topografie der neuen Elemente ist in der Höhenentwicklung so angelegt, dass sie stadträumlich neue Bezüge generieren, Passanten und Verkehrsteilnehmern eine klare Orientierung ermöglichen und unterschiedlichste Nutzungen zulassen, ohne Barrieren zu bilden.
   
NUTZUNGSKONZEPT
Unser Projekt ist so angelegt, dass die unterschiedlichsten Bespielungen denkbar sind:
Neben der permanenten Nutzung als Ort zum Verweilen können auf dem Neuen Markt künftig temporäre Veranstaltungen wie Märkte, Konzerte, Freiluftkino, Sportanlässe, Open-Air-Ausstellungen und vieles mehr stattfinden. Wir schlagen als zusätzliche mögliche Identifikationsstiftung die Einführung eines periodisch stattfindenden großen Brotmarktes vor. Dies ist eine Referenz an die historische Bedeutung des Platzes als Mehlmarkt. Die bestehenden Schanigärten werden am nördlichen und südlichen Ende des Platzes in unser Implantat integriert. Weitere Schanigärten könnten zusätzlich entlang der Fassaden, die den Platz umgeben, als eine Art Promenadencafés entstehen.
    
BAUZAUN
Um die Akzeptanz der Baumaßnahmen zu erhöhen und die Frequenz der Passanten im Baubereich zu erhalten, wird für die Gestaltung des Bauzaunes ein Prozess vorgeschlagen, der die Anrainer miteinbezieht. In jeder Bauphase möchten wir als Architekten zusammen mit den Betreibern der am betreffenden Bauabschnitt anliegenden Geschäfte den Bauzaun gestalten. Diese künstlerische Gestaltung soll die vom Baugeschehen direkt betroffenen Gebäude fokussieren. Dies bewirkt einerseits ein sich kontinuierlich veränderndes Erscheinungsbild der Baustelle über die ganze Bauzeit, anderseits wird sich der Einbezug der direkt betroffenen Anrainer auch auf deren Akzeptanz positiv auswirken. Zudem ist eine mobile Aussichtsplattform vorzusehen, die den Passanten in jedem Bauabschnitt ermöglicht, den Baufortschritt direkt mitzuerleben.

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MODELL, SCHNITTE
2003







2006

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NEUER MARKT, 1010 VIENNA, AUSRIA
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SECTIONS
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